Bioware: Liest oder hört man diesen Namen, fallen einem sofort RPG-Meistwerke wie Knights of the Old Republic, Baldur‘s Gate 2 oder Mass Effect ein. Kaum ein anderer Entwickler beherrscht sein Handwerk so gut wie die Kanadier. Bioware: Dieser Name steht für ausgefeilte, komplexe Geschichten, tiefgründige Charaktere und grandiose Dialoge. Nach dem immensen Erfolg von Mass Effect melden sich die Rollenspiel-Experten endlich wieder zurück, mit Dragon Age: Origins, das schon lange vor dem Release als geistiger Nachfolger des ewigen Klassikers Baldur‘s Gate 2 gehandelt wurde - wenn auch ohne D&D-Lizenz und mit eigenem Regelwerk. Doch schafft Dragon Age: Origins es, die immensen Erwartungen der Fangemeinde zu erfüllen? Dies und mehr klären wir in unserem Review.
Wir könnten euch nun an dieser Stelle die umfangreiche Story von Dragon Age: Origins erzählen. Das würde allerdings einen Teil der grandiosen Atmosphäre und Spannung zerstören, immerhin zählt die Geschichte auch in Biowares neustem Rollenspiel wieder zum Besten vom Besten. Daher geben wir euch nur einen kurzen Überblick über das Geschehen, um euch nicht allzu viel Details vorwegzunehmen. Ihr schlüpft in die Rolle eines von euch erstellten Helden und müsst das Land Ferelden von der Dunklen Brut befreien. Diese Dunkle Brut setzt sich aus einer Vielzahl aus Ork-ähnlichen Wesen zusammen, die nichts anderes im Sinn haben, als das Land zu verwüsten. Als Mitglied der Grauen Wächter liegt es nun an euch und euren Gefolgsleuten, wieder für Ordnung zu sorgen. Doch das erweist sich als deutlich schwieriger als angenommen, durch einen Verrat werden die Grauen Wächter auf einmal nicht mehr als strahlende Helden, sondern als Königsmörder dargestellt. Zugegeben, die Story von Dragon Age: Origins bedient sich reichlich bei den Fantasy-Klischees und braucht einige Stunden bis sie in Fahrt kommt. Wir können euch aber versichern, dass die komplexe und erwachsene Geschichte fesselnder und spannender nicht sein könnte.
Dabei kommt man allerdings nicht umhin zu bemerken, dass es diverse Parallelen zu Der Herr der Ringe gibt, wodurch Fantasy-Fans aber voll auf ihre Kosten kommen dürften. Die Story wird euch teilweise in guten Zwischensequenzen, aber Großteils in den überragenden Dialogen erzählt. Nach Mass Effect beweisen die Kanadier erneut, dass es kaum einen anderen Entwickler gibt, der so gute Dialoge schreiben kann wie Bioware. Dank mehrerer Antwortmöglichkeiten könnt ihr euch dabei entscheiden, ob ihr lieber schnell ein Gespräch beenden oder mehr über das Land und seine Bewohner erfahren wollt - und glaubt uns wenn wir euch sagen, dass ihr das wollt, denn kaum eine andere Spielwelt erzeugt so eine dichte Atmosphäre wie Ferelden. Überall herrscht Verwüstung und Panik, die ihr den vielen Flüchtlingen dank guter Synchronisierung und Mimik jederzeit abkauft. Generell haben die Entwickler an liebevollen Details nicht gespart. Lauft ihr zum Beispiel durch ein Flüchtlingslager, bekommt ihr am Rande die Gespräche der Bewohner untereinander mit - deren Streitereien, Ängste aber auch Hoffnungen. Da fühlt sich die Welt doch wirklich lebendig an! Anhand der Spielwelt zeichnet sich auch schon ab, dass Dragon Age: Origins ein Spiel für erwachsene Zocker ist. Dass Ferelden eine raue Welt ist, merkt ihr nicht nur an den zahllosen Dialogen, das Spiel wird auch von einer großen Blutspur durchzogen - dagegen wirkt die derbe Welt eines Risen wie ein Kindergartenbesuch. Nach jedem Kampf, und sei er noch so klein, ist eure Rüstung mit zahlreichen Blutspritzern beschmutzt und eure Gegner liegen ohne Gliedmaßen in ihrer eigenen Blutlache. Vor allem wenn euer Gegner mit dem letzten Schlag besonders heftig auseinander genommen wird, merkt ihr, dass es hier alles andere als zimperlich zugeht. Im Gegensatz zu vielen anderen Spielen wirkt die Gewalt aber zu keiner Zeit aufgesetzt, sondern passt einfach perfekt zu der düsteren Welt von Dragon Age: Origins.




















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