
Lässt man die Veröffentlichung des mehr oder weniger erfolgreichen
Call of Duty: World at War außen vor, kann man sagen, dass die Fans der Geschichte und des Mehrspieler von
Modern Warfare ziemlich genau zwei Jahre auf die Veröffentlichung eines würdigen Nachfolgers warten mussten. Nach dem jährlichen „Entwickler wechsel dich“-Spiel zwischen
Infinity Ward und
Treyarch sind nun erstere Entwickler wieder am Werk gewesen, um einem der erfolgreichsten Videospiele auf Xbox 360, PlayStation 3 und PC einen noch besseren Nachfolger zu spendieren. Warum das in unseren Augen allerdings nur bedingt gelungen ist, haben wir für euch im Einzel- und Mehrspielermodus herausgefunden.

Wir starten natürlich zuerst mit der rund acht Stunden langen Einzelspieler-Kampagne von
Call of Duty: Modern Warfare 2. Abhängig vom gewählten Schwierigkeitsgrad dürft ihr auch etwas länger spielen, weil ein rücksichtsloses Vorpreschen und Kugeln einstecken auf höheren Stufen schlichtweg nicht möglich ist. Die Ereignisse aus dem ersten Ableger der modernen Kriegsführung sind im vorliegenden Fall bereits 5 Jahre her. Damals haben wir den Ultranationalisten Zahkaev in einer atemberaubenden Sequenz zur Strecke gebracht. Leider rief das seinen Ziehsohn Vladimir Makarov auf den Plan, der gleich an verschiedenen Schauplätzen auf der Welt für jede Menge Ärger sorgt. Neben Afghanistan, Brasilien und Russland sind auch die Vereinigten Staaten von Amerika erstmalig Schauplatz eines Konflikts. Im Verlauf spielt und kontrolliert ihr vier verschiedene Charaktere. Sie heißen Joseph Allen (US-Ranger), Gary „Roach“ Sanderson (SAS-Soldat), James Ramirez (US-Ranger) und Soap MacTavish (SAS-Soldat) und rücken mit ihren Eindrücken und Einsätzen immer wieder in den Mittelpunkt auf eurem Bildschirm. Leider ist es den Entwicklern bei
Infinity Ward nicht gelungen, eine glaubwürdige und gut erzählte Geschichte rund um die Jagd auf Vladimir Makarov zu erzählen. Ihr werdet im Verlauf der Einzelspiele-Kampagne immer wieder hin und her geschickt und bekommt in sehr kryptischen und unverständlichen Einsatzbesprechungen viel zu selten den Grund für euren Einsatz oder das Vorausgegangene erklärt. Das lässt die Kampagne zu einer Verkettung von sehr interessanten und abwechslungsreichen Missionen werden - Leider ohne eine wirkliche Geschichte zu erzählen, die einen bannt und fesselt, wie es im ersten Modern Warfare-Titel über weite Strecken der Fall gewesen ist.

Ein paar Highlights und Auffälligkeiten wollen wir euch ohne große Spoiler an dieser Stelle aber schildern. Für große Diskussionen sorgte im Vorfeld eine Mission, die kurz nach dem Tutorial und Warmschießen in Afghanistan im Spiel vorkommt. Als Undercover-Agent muss sich der US-Ranger Joseph Allen an der Seite von Makarov bei einem Terroranschlag am Flughafen in Moskau gewaltsam durch hunderte unschuldige Zivilisten und Polizisten ballern und verfolgt dabei, logischerweise, keine sinnvollen oder dem Spielgefühl zuträglichen Ziele. Unabhängig davon, dass man an dieser Stelle auch an Moral und Ethik appellieren bzw. darüber streiten kann, konnten wir auch nach umfangreichen Diskussionen und Gesprächen keinen tieferen Sinn in einer so sehr geschmacklosen Mission finden. Es gilt hinzuzufügen, dass der Abschuss von Zivilisten in der deutschen Version von
Call of Duty: Modern Warfare 2 nicht möglich ist. Entwickler
Infinity Ward musste die Szene für eine erfolgreiche USK-Prüfung schneiden. Besonders bitter ist, dass Publisher
Activision bis zuletzt beteuerte, eine vollkommen ungeschnittene Fassung von
Modern Warfare 2 auch in Deutschland zu veröffentlichen.