Sie rollt weiter. Auch nachdem schon etliche verschiedene Ableger erschienen sind, rollt sie einfach weiter. Von was wir reden? Na, von der Lawine an Musikspielen natürlich. Immer wieder werden neue Ableger der Guitar Hero- oder Rock Band-Reihe auf den Markt geschmissen, von den ganzen Konkurrenz-Produkten wie Ultimate Band ganz zu schweigen. Doch sind wir mal ehrlich: Auch wenn die neusten Ableger immer wieder mit neuen Tracks und Features zu gefallen wissen, es wird endlich mal wieder Zeit für was Neues. Das haben sich wohl auch die Jungs und Mädels von Activision gedacht und bringen mit DJ Hero ein neues Musikspiel auf den Markt. Zwar bietet der Titel immer noch das gleiche Grundprinzip wie seine Genre-Kollegen, durch den neuen Turntable-Controller entsteht allerdings ein völlig neues Spielgefühl. DJ Hero gibt es bisher noch nicht als Stand-Alone-Edition, wer sich also einen Namen als DJ machen will, muss zur ca. 100 Euro teuren Box greifen. Dieser liegt neben dem Spiel auch ein völlig neues Eingabegerät bei: der Turntable-Controller. Die neue, hochwertig verarbeitete Hardware hinterlässt nicht nur optisch einen guten Eindruck, sondern lässt sich auch sehr intuitiv bedienen. Ausgestattet mit drei farblich unterschiedlichen Knöpfen, die sich auf dem drehbaren Plattenteller befinden, einem Crossfader und einem Drehregler könnt ihr nun so richtig zeigen, was in euch steckt.
Nachdem ihr die Spiele-Disc in eurem Xbox 360-Laufwerk untergebracht und das cool inszenierte Intro hinter euch gebracht habt, befindet ihr euch auch schon im stylischen Hauptmenü von DJ Hero. Bevor ihr euch allerdings für einen Spielmodus entscheiden könnt, müsst ihr die Grundlagen eines DJs erlernen. Am eigentlichen Spielprinzip von Guitar Hero oder Rock Band hat sich nichts geändert, nur die Ausführung ist eine völlig andere. So müsst ihr nach wie vor bestimmte Noten spielen, indem ihr die richtige Taste zur richtigen Zeit drückt. Doch das ist natürlich noch lange nicht alles. Zu bestimmten Zeiten müsst ihr nämlich den Crossfader bedienen, um im richtigen Moment die Tonspur zu wechseln. Was in den ersten zwei Schwierigkeitsgraden noch recht einfach von der Hand geht, wird auf den höheren Stufen schon richtig herausfordernd. Das größte Problem dabei ist allerdings nicht unbedingt das Timing, sondern das Fingerspitzengefühl, da es gar nicht mal so einfach ist, in Sekundenschnelle die richtige Position des Crossfaders zu finden, da der Widerstand des Reglers recht gering ist und man so immer wieder über die Mitte hinaus in die nächste und somit falsche Tonspur wechselt. Desweiteren gibt es noch Song-Abschnitte, bei denen ihr mittels Drehregler die Akustik verändern könnt, so dass diese dumpfer oder härter klingt. Richtig interessant wird es allerdings erst, wenn es ans Scratchen geht. Hier müsst ihr eine bestimmte Taste gedrückt halten und dabei den Plattenteller entweder so schnell es geht nach oben, unten oder einfach ganz wild hin und her bewegen. Was anfangs noch etwas Einarbeitungszeit erfordert, geht nach wenigen Minuten schon gut von der Hand und erzeugt waschechtes DJ-Feeling. An bestimmten Punkten habt ihr auch noch die Möglichkeit verschiedene Samples einzuspielen, zum Beispiel eine Sirene, Explosionen oder Hundegebell. Die Auswahlmöglichkeiten sind allerdings recht beschränkt und leider gibt es keine Möglichkeit, eigene Samples zu erstellen. Wenn ihr eure Arbeit als DJ richtig gut macht, stehen euch zwei weitere Optionen zur Verfügung. So könnt ihr entweder den Euphorie-Knopf betätigen, durch den ihr eine gewisse Zeit doppelt so viele Punkte bekommt. Viel spaßiger ist allerdings der Rewind, durch den ihr die Platte ein kurzes Stück zurückspulen könnt.
Sobald ihr das Tutorial absolviert habt, könnt ihr endlich richtig loslegen. Der Karriere-Modus, wenn man ihn so nennen mag, erinnert dabei frappierend an Rock Band und Guitar Hero: Ihr entscheidet euch für eine bestimmte Stage auf der ihr spielen wollt und bringt eure Fans mit eurer Musik zum Abfeiern. Gutes Spielen wird natürlich auch bei DJ Hero mit Sternen belohnt, mit denen ihr neue Stages, Lieder und weitere Extras freischalten könnt. Jede Stage hat dabei ihre eigene Songliste, die ihr nach und nach abspielen müsst. Bevor ihr euch auf die Bühne begebt, stehen allerdings noch diverse Entscheidungen auf dem Programm. Wie soll die Location genau aussehen? Mit welchem DJ wollt ihr dem Publikum einheizen? Welches Turntable darf es denn sein? Ihr habt massig Einstellungen, wie euer Charakter oder euer Mischpult aussehen soll, eines habt ihr jedoch nicht: Die Möglichkeit, einen eigenen Charakter zu erstellen. Das ist äußerst Schade und etwas unverständlich, da es im Musikspiel-Genre mittlerweile Standard ist, seinen eigenen Musiker zu kreieren. Leider ist das nicht der einzige Kritikpunkt von DJ Hero. Das Spiel ist nämlich viel zu leicht. Das darf man jetzt allerdings nicht falsch verstehen, denn auf den hohen Schwierigkeitsgraden muss man schon Meisterleistungen abliefern, um eine hohe Punktzahl zu erreichen, das Problem liegt dabei ganz woanders. Egal wie schlecht ihr spielt, im Gegensatz zu Guitar Hero oder Rock Band fliegt ihr niemals von der Bühne, im Gegenteil, wenn ihr eine bestimmte Tonspur immer wieder falsch spielt, stellt sich diese irgendwann von selbst richtig ein. Das nimmt einiges von der Herausforderung, da man für Fehler im Prinzip nicht bestraft wird. Das wird leider auch bei den Zuschauern deutlich, die sich immer gleich verhalten, egal ob ihr gerade so richtig die Bude rockt, oder nur Mist spielt.




















RSS: